Praxis

FRANK GROHMANN

Psychoanalytiker

WARUM PSYCHOANALYSE?


Wenn eine Psychoanalyse in Frage kommt, tauchen manchmal merkwürdige Behauptungen auf, - so wie: die Psychoanalyse geht in die Tiefe, während eine  Psychotherapie, bloß das Symptom behandelt; eine Psychoanalyse dauert länger als alle anderen Verfahren; der Analytiker schweigt; eine Psychoanalyse ist eine Vollzeitbeschäftigung und  besetzt den Alltag zu sehr.

All das sind Vorurteile über die Psychoanalyse, die allerdings nicht daran hindern sollten, eine Erfahrung zu machen, die darin besteht, das eigene Sprechen sich entfalten zu lassen. Manchmal ist die Tiefe doch hautnah und das Symptom die letzte Festung des subjektiven Erlebens; niemand wird die tatsächliche Dauer einer Psychoanalyse voraussagen können oder -bestimmen wollen; das Schweigen des Analytikers ist kein Allheilmittel; es kann kaum etwas geschehen, ohne dass man es am eigenen Leib verspürt.

WERDEGANG


Nach zwei mal zwei Lehrjahren als Psychoanalytischer Sozialarbeiter (in Tübingen 1987-1989) und als Wissenschaftlicher Mitarbeiter (am WZ II für Psychoanalyse, Psychotherapie und psychosoziale Forschung an der Gesamthochschule Kassel 1989-1991)) arbeite ich nach Abschluss meines Studiums (Dipl.Soz.Päd/Sozialwesen) zehn Jahre mit autistisch-psychotischen Kindern und Jugendlichen im Therapeutischen Heim des Vereins für psychoanalytische Sozialarbeit in Rottenburg/Tübingen (1991-2000). In dieser Zeit Lehraufträge in Kassel, sowie Fortsetzung der psychoanalytischen Bildung (darunter eigene Analyse) in Luxemburg und Kopenhagen, wo ich nach meinem Umzug nach Dänemark (2000) im Jahr 2003 als Psychoanalytiker zu praktizieren beginne. Zeitgleich Leitungsfunktion in einer integrativen Einrichtung für Kinder im Vorschulalter. Mitarbeit im Psykoanalytisk Kreds (bis 2009), Kollegiat am Psychoanalytischen Kolleg (2004-2006). 2006 Mitbegründer der psychoanalytischen Beratungsstelle En Anden Snak und 2010 Mitbegründer von Freuds Agorá - Skole for psykoanalysen in Kopenhagen. Seit 2014 psychoanalytische Praxis für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, Supervision & Beratung, Forschung & Lehre auch in Berlin.     

VON EINEM DENKEN


Immer wieder wird mir deutlich, wie sehr die Erfahrungen mit einem in der Tradition der psychoanalytischen Sozialarbeit statthabenden Denken bis zum heutigen Tag das Verständnis meines eigenen Tuns und Lassens als Psychoanalytiker auszurichten vermögen. Die Psychoanalyse ist in erster Linie eine Praxis des Sozialen. Als solche anerkennt sie nicht nur den Anspruch eines jeden auf seelische Hilfeleistung (S. Freud), sondern ist sie zugleich der Bedeutung des sozialen Ortes (S. Bernfeld) dieses Anspruches eingedenk, - und räumt folglich einer Anpassung des Settings an die Bedingungen der Anfrage den Vorrang ein, anstatt diese umgekehrt jenem von vornherein zu unterwerfen. Davon ausgehend sind auch die in Einrichtungen stattfindenden Sprechstunden nur eine andere Form dieses angestrebten bedingungslosen Empfangs. Wo die Sprechstunde Eltern und ihren Kindern angeboten wird, geschieht dies in Anlehnung an die der psychoanalytischen Sozialarbeit verwandte Erziehungsberatung (A. Aichhorn). Und für die Supervision gilt, dass sie nicht so sehr eine Falldarstellung zur Voraussetzung hat, sondern vielmehr zuallererst in der Herstellung eines Falles (H. Amuser) besteht. Auch sie geht  daher mit dem Versuch der Analyse des eigenen Involviertseins in jene Verhältnisse Hand in Hand, welche unsere Antwort auf den Anspruch, den wir zu hören versuchen, immer schon mitbestimmen.      

TÄTIGKEITEN

MITARBEIT

Freud-Lacan-Gesellschaft


Die Freud-Lacan-Gesellschaft / Psychoanalytische Assoziation Berlin e.V. ist ein Zusammenschluss von Psychoanalytikern und an der Psychoanalyse Interessierter in Berlin. Ihre Mitglieder arbeiten auf unterschiedlichen Gebieten an und mit der Psychoanalyse: als Psychoanalytiker in eigener Praxis oder in unterschiedlichen Institutionen, als Kultur- und Geisteswissenschaftler, Übersetzer, Pädagogen u. a. m.. Das verbindende Moment ist der Bezug auf die Texte Sigmund Freuds und Jacques Lacans. Die Gesellschaft wurde im Jahr 1997 gegründet.

Psychoanalytische Bibliothek Berlin — Ort für Forschung und Praxis nach Freud und Lacan


Das Projekt, eine psychoanalytische Bibliothek in Berlin einzurichten, geht auf den Wunsch Einzelner zurück, einen Ort für Forschung und Praxis nach Freud und Lacan aufzubauen. In diesem Feld gibt es in Berlin folgende Gruppen: ›Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin‹ (seit 1997), ›Psychoanalytischer Salon Berlin‹ (seit 1997) und ›LaGiB - Lacan Gruppe in Berlin‹ (seit 2007). Die Bibliothek stützt sich gleichermaßen auf überregionale Zusammenhänge wie die ›Assoziation für die Freud'sche Psychoanalyse‹ (1993-2015) sowie das ›Psychoanalytische Kolleg‹ (seit 2004). Sie versteht sich in diesem Arbeitszusammenhang mit Freud und Lacan als Sammlungsort und Kreuzungspunkt.

Freuds Agorá — Skole for psykoanalysen


Fordi psykoanalysen som praksis frem for alt er en undersøgelse, og fordi denne vedrører de antagelser, den enkelte må producere som sine forudsætninger, kan psykoanalytikerne ikke begrunde deres arbejde på anden vis end ved en åben og rationel fremlæggelse af psykoanalysens egne forudsætninger. Alt andet er uvedkommende og derfor utroværdigt. Dette gælder selvfølgelig også for de foreningsaktiviteter der iværksættes i psykoanalysens navn. Følgelig kan foreningen ›Freuds Agorá‹ kun begrundes i henhold til de krav som en Skole for psykoanalysen stiller.

Dimensions de la psychanalyse


L’association Dimensions de la psychanalyse a pour objet la psychanalyse, et pour but: d’en promouvoir et soutenir pour le sujet la subversion, d’en transmettre le questionnement, de l’ouvrir au débat scientifique et politique, d’élaborer les raisons qualifiant du psychanalyste. Elle oriente ceux qui veulent poursuivre dans le champ ouvert par Freud et refondé par Lacan.

Psychoanalytiker Frank Grohmann  ©  Berlin